Ausstellungshonorare für Künstler

Was für Musiker und Komponisten völlig normal ist, nämlich ein Honorar auch für die Aufführung vom Musik zu erhalten, sollte für Künstler nur billig sein. Gleiches gilt ja auch für die Lesung eines Werkes durch einen Autor. Bisher verdienen alle an Ausstellungen mit bildender Kunst, nur die Urheber nicht. Es ist daher an der zeit, die bildende Kunst den Bereichen der Musik und der Literatur gleichzustellen. Ausstellungshonor, bezeichnet als Urheberrechtsabgabe, werden dann fällig für verkaufte und unverkaufte Werke.

Vergütungspflichtig bei Ausstellungen sollten sein:

Museen, Kunstvereine und Kunsthallen, Banken, Ärzte, Rechtsanwälte etc. die in ihren Räumen Kunst zeigen. Während Eintritt fordernde Einrichtungen einen prozentalen Anteil des Eintrittsgeldes bzw Pauschalen abführen sollen, werden andere Aussteller wählen können zwischen einer Pauschale oder einer geschätzten Besucherzahl.

Ausgenommen sollen sein Galerien und der gesamte Kunsthandel. Der Kunsthandel hat zum Ziel Bilder zu verkaufen, das ist eben nicht der Fall beim Zahnarzt oder Rechtsanwalt oder Versicherungsmakler. Hier werden die Kunstwerke als eine PR-Maßnahme genutzt und gerade in diesen Fällen sollte eine Gebühr für die Urheberschaft entrichtet werden.

Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst sollte die Gebühren auf einer entindividualisierten Basis einziehen und zwar nur nach Meldung durch die Künstler. Das bedeutet, dass die Ausstellungsmöglichkeiten durch die Einführung einer Abgabe im Rahmen eines Urheberrechts nicht eingeschränkt werden. Damit hat die Ausstellung Vorrang vor einem Ausstellungshonorar

Die Einkünfte aus den Ausstellungshonoraren werden individuell verteilt an die ausgestellten Künstler.

Auswirkungen

Was der Künstler bisher privat durchsetzen musste mit Begründungen wie Auf- und Abbaukosten, Transport, Ein- und Auslagerung sowie der Arbeit an der konzeptionellen Erstellung einer Ausstellung wird durch die Einführung einer allgemeinen Urheberrechtsabgabe verbessert und für Autohäuser etc nachvollziehbarer. Alles Beträge, die Aussteller ohne weiteres an eine PR-Agentur zahlen, aber in der regel nicht an den Künstler mit der Begündung:“Sie können ja die Bilder verkaufen!“

Der Künstler wird ja auch durch die Einführung nicht verpflichtet seine Ausstellung der VG Bild zu melden, so dass individuelle Absprachen mit einer Rechtsanwaltspraxis, einem Versicherungsbüro etc weiterhin möglich sind. Verändert wird dadurch jedoch das allgemeine Ausstellungsklima indem ein neues Bewußtsein für die künstlerische Urheberschaft geschaffen wird.

Bernhard Meyer

Künstler

Mail: bernhardundmeyer@gmx.de