Thesen zur Kulturpolitik

Hinweis

Die „Thesen zur Kulturpolitik“ habe ich im März 2005 formuliert. Inzwischen hat sich einiges getan.

Für mich ist Soziokultur eine der wichtigen Errungenschaften der linken Sozialdemokratie und der Grünen. Deshalb wird der Etat für Soziokultur in Marburg um 30% im Jahr 2006 erhöht und damit die soziokultuellen Zentren KFZ, Waggonhalle und das G-Werk (früher Cafe Trauma und Theater neben dem Turm) finanziell abgesichert. Ein Lob den Führungsteams von SPD und GRÜNEN.

Thesen zur Kulturpolitik

1. Wenn wir den politischen Willen haben, freie Kultur zu fördern, dann können wir es auch. Geld ist genug da, aber nicht der Wille

2. Ohne freie Kulturszene keine ROT-GRÜNE Regierung, weder in der Stadt, noch im Land, noch im Bund. Die Generation ROT-GRÜN hat die ROT-GRÜNEN Kulturprojekte geschaffen. Beide haben sich gegenseitig stark gemacht. Beide bleiben nur stark und an der Macht, wenn sie qualitativ hochwertige Arbeit leisten

3. Ich schäme mich dafür, dass das ROT-GRÜNE Kulturprojekt KFZ nach 29 Jahren immer noch wie ein Mauerblümchen im Etat behandelt wird. Ein Kulturamtsleiter kostet mehr als das gesamte KFZ. Das HLT bekommt mehr als 20 mal so viel Zuschüsse von der Stadt als das KFZ.

4. Wir stehen nicht zu unseren Projekten! Noch nie gab es eine Generation, die ihre eigenen Projekte so verraten hat wie unsere!

5. Das KFZ ist ein Symbol für die kulturelle Emanzipation der Generation ROT-GRÜN, aber auch der Sozialdemokratie, gegenüber dem bürgerlichen Größenwahnsinn. Qualität statt Quantität!

6. Die Generation ROT-GRÜN hat den Wählerauftrag ROT-GRÜNE Kulturprojekte stärker zu fördern als bisher!

7. Wir in Marburg sollten ein ROT-GRÜNES Kulturmodell, das beispielhaft ist für die Republik, entwickeln.

8. Das KFZ macht professionelles Marketing für Kultur. Da kann sogar noch das Theater davon lernen. Das wird sogar inzwischen von den Bürgerlichen respektiert. Und das ist gut so und wichtig so. Erst dann sind wir in der Gesellschaft angekommen.

9. Die Nutzung der Stadthalle eröffnen dem KFZ neue Marktsegmente: die bürgerlichen Zuschauer. Die würden doch nie ins KFZ gehen.

10. Jedem sein eigenes Kulturprojekt. Wie viele brauchen wir? Eines, vier oder gar zehn. Besser ein Kulturzentrum mit Qualität als viele peinliche Amateurveranstaltungen!

11. Wir müssen nicht alles machen! Stehende Theater in Marburg sind der größte Quatsch! Teilhabe an der bundesweiten Kulturentwicklung ja – eigene Produktionen ohne staatliche Förderung.

Horst Breit

Marketingberater und Politikwissenschaftler

Mail: Horst-Breit@t-online.de